Viktor Giacobbo

Dank Viktor Giacobbo ist das Casinotheater Winterthur zum Epizentrum des Schweizer Humors   geworden. In dem Haus fühlt sich Oswald Grübel ebenso wohl wie Moritz Leuenberger. Alles   lustig? Keineswegs, wie ein Blick hinter die Kulissen zeigt.Manchmal, da zieht es Viktor Giacobbos Mundwinkel auseinander, die Backen schwellen an, er versucht sich dagegen zu wehren, vergeblich. Es sind die seltenen Momente, in denen der Kontrollfanatiker und geübte Schauspieler für kurze Zeit die Beherrschung über seine Mimik verliert: «Wir sind nichts ­anderes als ein KMU», sagt er dann stolz und betont, dass sein Casinotheater keine Sub­ventionen erhalte, dass der Betrieb bis zu ­siebzig Mitarbeiter beschäftige, sieben Lehrlinge ausbilde und weit über die Landesgrenze hinaus bewundert werde.

Der bekannteste Komiker der Schweiz hat allen Grund, stolz zu sein: Das Casinotheater feiert in diesen Tagen sein Zehn-Jahr-Jubi­läum. Das Haus ist nicht nur innert kürzester Zeit zur bedeutendsten Unterhaltungsbühne des Landes geworden, sondern auch zum Anziehungspunkt für Wirtschaftskapitäne, TV-Bekanntheiten und Politiker: ein Opernhaus im Kleinformat, allerdings ungezwungener, ganz ohne Dresscode. 70 000 Personen besuchen jährlich eine Vorstellung in dem Haus in der Winterthurer Altstadt, knapp 10 Millionen Franken setzt der Betrieb pro Jahr um, 4,5 Millionen Franken davon mit dem Theater, den Rest im Event- und Gastronomiebereich.

Ein Haufen von Selbstdarstellern

Das Besondere an dem Unternehmen: Das Gebäude gehört den Künstlern, sie sind allein für den Betrieb verantwortlich. Zu den Aktionären gehören Branchengrössen wie Patrick Frey, Kurt Felix, Mike Müller, Fredy Knie, Walter Andreas Müller oder Ursus und Nadesch­kin. Aufgrund seiner schillernden Aktionäre werden die Casino Theater AG und die Casino Immobilien AG gerne als «die lustigsten Aktiengesellschaften der Schweiz» bezeichnet, und Giacobbo kokettiert damit, dass er der einzige Verwaltungsratspräsident sei, der ­zugebe, ein Komiker zu sein. Dies tönt amüsant, hat mit der Realität aber wenig zu tun.

So zuverlässig auf der Bühne die Pointen ­fallen, so ernsthaft und diszipliniert geht es hinter den Kulissen zu und her. Die kürzeste Generalversammlung der beiden Aktiengesellschaften wurde in knapp dreissig Minuten abgehalten; die Abläufe sind strikt, lange Diskussionen selten, Aufstände unzufriedener Aktionäre gab es bisher keine. Nur einmal sorgte ein Vorfall für Heiterkeit: als Patrick Frey, Verwaltungsratspräsident der Immobilien AG, die um zehn Uhr beginnende Generalversammlung verschlafen hatte. Die Disziplin ist in diesem aussergewöhnlichen Betrieb essenziell: Nur dadurch kann dieser Haufen an starken Egos und Selbstdarstellern zusammengehalten werden, nur dadurch konnte dieses kleine Schweizer Theaterwunder Realität werden.

Als Viktor Giacobbo 1999 mit seinem langjährigen Weggefährten Rolf Corver an dem baufälligen Casino-Gebäude im Zentrum Winterthurs vorbeispazierte, stehenblieb und die Idee äusserte, das Haus wieder zum Leben zu erwecken, war für ihn klar: Das funktioniert nur, wenn er die wichtigen Vertreter der Schweizer Komikerszene mit ins Boot holt. Er griff zum Telefon, versuchte Patrick Frey, die Acapickels, Walter Andreas Müller und viele mehr von seinem Ansinnen zu überzeugen – fast alle waren begeistert. Patrick Frey erinnert sich noch gut an den Anruf. «Ich war ziemlich ungläubig: Das Gebäude befand sich in einem miserablen Zustand, das Restaurant war furchtbar schmuddelig. Viktor schlug vor, das Haus der Stadt abzukaufen. Ich zögerte keinen Augenblick, sagte sofort zu.» Frey wurde ­neben Giacobbo zum grössten Einzelaktionär. Wie viel sie investiert haben, wollen sie nicht sagen.

Der Stadt Winterthur kam Giacobbos Angebot gerade recht: Mehrere Projekte zur Sanierung des Gebäudes waren zuvor aus Kostengründen gescheitert. Sie bot Giacobbo das Haus für symbolische 300 000 Franken an und stellte ein zinsloses Darlehen von zwei Millionen Franken in Aussicht. Unter der Voraussetzung allerdings, dass das Theater bei der Stadt nie Subventionen beantragen werde. Alle grös­seren politischen Gruppierungen befürworteten den Deal. Einzelne SVP-Exponenten um den heutigen Nationalrat Alfred Heer ergriffen allerdings das Referendum – gegen den Willen der Partei. Auf den Plakaten stand mit grossen Lettern: «Millionengeschenk für die Linksreichen». Doch Heer hatte gegen den beliebten Komiker keine Chance: Am 21. Mai 2000 sagten 73,3 Prozent der Winterthurer ja zum Verkauf. Heute lobt Heer «grundsätzlich» das Casinotheater, das Referendum sei aber trotzdem nötig gewesen. Giacobbo liess ein «Linksreichen»-Plakat einrahmen, es hängt an einem Ehrenplatz im ersten Stock des Hauses.

Machtspiel unter Komikern

Schon vor der ersten Vorstellung stiess das Haus schweizweit auf eine enorme Sympathiewelle. Giacobbo profitierte von seiner TV-Popularität, alle wollten mit dabei sein. Der Herdentrieb erfasste nicht nur die Künstler: Wirtschaftsleute wie Peter Spuhler (Stadler Rail), Fred Kindle (Ex-ABB) oder der Bankier Thomas Matter unterstützten das Projekt, Politiker zeigten sich begeistert, die Bevölkerung riss sich um Eintrittskarten. Sämtliche Vorstellungen der ersten Eigenproduktion, «Die Eröffnung», waren schon vor der ersten Probe ausverkauft. «Die Künstler waren von einer Euphorie getrieben, man glaubte, nichts falsch machen zu können», erinnert sich der damalige künstlerische Leiter Andrej Togni. «Die ­Eröffnung» wurde zu einem seltsamen bunten Abend, ein Jekami der bekanntesten Schweizer Künstler, die alle ihren kurzen ­Auftritt hatten: von Beni Thurnheer bis zum Chaostheater Oropax, von Joachim Rittmeyer bis zu den Acapickels, moderiert wurde das Ganze von Giacobbo und Frey. Kaum jemand wagte, diese von Kompromiss und Konsens ­geprägte Produktion zu kritisieren. Dabei war sie der eindrückliche Beweis dafür, dass viele grosse Namen kein Garant für eine gute ­Vorstellung sind.

Trotzdem wurden noch mehrere solcher All-Star-Produktionen auf die Bühne gebracht, auf die auch Viktor Giacobbo skeptisch zurückblickt: «Das waren zum Teil Klamaukvorstellungen, die mal mehr, mal weniger gelungen waren.» Zwar kamen die Zuschauer noch immer in Scharen, doch das vorauseilende Wohlwollen nahm ab. «Die beteiligten Künstler wollten auf der Bühne in erster Linie ihre eigene Haut retten», erzählt ein dem Casino­theater nahestehender Komiker. Wenn schon die Produktion nicht überzeugte, waren die Darsteller umso mehr bemüht, wenigstens selbst so gut wie möglich dazustehen – was der Situation nicht zuträglich war.

«Es war der Anfangsirrtum, dass einige Künstler meinten, eine Aktie sei ein Garantieschein, um auf der Bühne präsent zu sein», sagt Viktor Giacobbo. In einem Haus, in dem so viele Leute Ansprüche anmelden, sind harte Entscheidungen unerlässlich. Doch wer hat im Casinotheater tatsächlich das Sagen? Für den Spielplan und die Gastspiele ist der künstlerische Leiter zuständig, über die zwei jährlichen Eigenproduktionen bestimmt eine Stückauswahlgruppe, bestehend aus der Kerngruppe der Künstler. Dazu gibt es noch einen künstlerischen Beirat, dem sämtliche Künstlerak­tionäre angehören, ein «Operettengremium», wie Giacobbo sagt. Und für den Geschäfts­betrieb insgesamt ist der CEO verantwortlich.

Der Handlungsspielraum des künstlerischen Leiters ist in einem solchen Konstrukt beschränkt. Das musste auch Andrej Togni erfahren, der als Erster diese Position besetzte: «In diesem undurchsichtigen Spiel der ­Mächte war es nicht leicht, meine Rolle zu finden, ich fühlte mich manchmal richtig verheizt.» ­Togni, ein erfahrener Theatermann, beging ­einen kolossalen Fehler: Er versuchte gegen die Kerngruppe um Giacobbo, Frey und Mike Müller Widerstand zu leisten. Der Streit ­eskalierte, als Togni die Aufführung von Freys Kinderstück «Wyss wie Schnee» ablehnte. ­Giacobbo sprach ein Machtwort, das Stück kam auf den Spielplan, Togni verliess das Casino­theater. «Wenn die Mehrheit der Künstler­aktionäre anderer Meinung ist als der künst­lerische Leiter, so ergibt eine weitere ­Zusammenarbeit keinen Sinn», sagt Viktor Giacobbo.

Thiel in Champagnerlaune

Die Stückauswahlgruppe entscheidet demokratisch und weist manchmal auch Projekte renommierter Autoren zurück. Einmal lehnte sie ein Stück von Charles Lewinsky ab, der sich als Aktionär der ersten Stunde für das Theater engagiert hatte. «Das sind ganz normale Entscheidungen, wie sie in jedem Theater vorkommen», sagt Lewinsky. Obwohl er sich mittlerweile vom Casinotheater und der Komik entfernt hat, ist er des Lobes voll für das Haus: «Was Giacobbo mit dem Theater erreicht hat, ist noch höher einzuschätzen als seine Leistung im Fernsehen», sagt er. Würde es die Stückauswahlgruppe auch wagen, sich einem Vorschlag Giacobbos zu widersetzen? Er selbst glaubt schon. «Ein eigenes Stück von mir wurde zwar noch nie abgelehnt, aber ich habe schon oft Ideen vorgebracht, die die Mehrheit verworfen hat», sagt er.

Im Casinotheater galt von Anbeginn der Grundsatz: An erster Stelle stehen die auftretenden Künstler. Auch darum gehört das Theater im deutschsprachigen Raum zu den begehrtesten Auftrittsorten. Allerdings musste der Grosszügigkeit rasch Grenzen gesetzt werden. Nachdem der Satiriker Andreas Thiel und sein damaliger Bühnenpartner Wolfram Berger drei Tage lang von der freien Konsumation im Restaurant ausgiebig Gebrauch gemacht und reihenweise Champagnerflaschen geleert hatten, wurde eine Limite eingeführt.

Einschneidender war der inhaltliche Lernprozess. «Ursprünglich war geplant, das Casino­theater als Überraschungshaus zu positionieren», sagt der Kabarettist Joachim Rittmeyer. Dies erwies sich als Wunschvorstellung: Der ökonomische Druck lässt kaum Experimente zu. «Eine schlecht besuchte ­Eigenproduktion kann das Haus gleich in eine Schieflage bringen», sagt Giacobbo. «Die Preisverleihung», ein Stück von und mit ­Joachim Rittmeyer und Patrick Frey, zeigte 2009 knallhart die Grenzen des Projekts Casinotheater auf: Die beiden Komiker liessen im ersten Teil des Stückes nur die Hälfte des Publikums in den Theatersaal, die andere musste draussen warten und wurde mit einem Notprogramm verköstigt. Eine Provokation, die vom Publikum nicht goutiert wurde: Im Durchschnitt blieb über die Hälfte der Plätze leer, in der Kasse klaffte ein riesiges Loch. Diese Erfahrung erschütterte das Selbstverständnis der erfolgsverwöhnten Künstler. Es war ein klares Signal: Das Casinotheater ist kein Selbstläufer. Will man langfristig bestehen, muss man sich konsequent dem Publikumsgeschmack anpassen.

Gab Andrej Togni noch acht, nicht mit Komikern wie den Schmirinskis oder einem ­Peach Weber in Verbindung gebracht zu werden, so hat man heute keine Berührungs­ängste mehr. «Wir können es uns nicht leisten, ein zu enges Programm zu fahren und einige Stile auszugrenzen», sagt Patrick Frey. «Heute sind die Grenzen zwischen Comedy und Kabarett ohnehin nicht mehr so scharf wie noch vor zehn Jahren.»

Ganz subventionsfrei, wie Giacobbo betont, ist das Casinotheater allerdings nicht. So erhielt es zum Beispiel vom Zürcher Lotteriefonds eine Million Franken für den Umbau, nun ist wieder ein Gesuch hängig. Im Gespräch nimmt Giacobbo eine erstaunlich defensive Haltung ein. Wiederholt sieht er sich genötigt, Kritik zu widerlegen, die gar nicht geäussert wurde. Zum Beispiel, er sei ein Mafia­boss, der die gesamte Kabarettszene fest im Griff habe. «Wenn dem so wäre, wäre ich ein miserabler Mafioso; bisher habe ich nur Geld investiert und keines zurückbekommen.»

Dass Giacobbo die mächtigste Figur im Schweizer Humor ist, ist unbestritten. Er kann Künstler mit Einladungen in seine TV-Sendung «Giacobbo/Müller» bekanntmachen, und er kann ihnen eine Auftrittsmöglichkeit im Casinotheater vermitteln, der führenden Kabarettbühne der Schweiz. Von diesen Möglichkeiten macht er gerne Gebrauch. Alle paar Jahre wird ihm dies von einem Journalisten vorgeworfen. Was die Kritiker ausblenden: Macht ist erst dann ein Problem, wenn sie missbraucht wird. Giacobbo kann man einiges vorwerfen – Dünnhäutigkeit, eine gewisse Selbstgefälligkeit, manchmal mässig lustige TV-Sendungen –, aber sicher keinen Machtmissbrauch. Im Gegenteil: Niemand betreibt so viel Nachwuchsförderung wie er, niemand hat so viel für die Szene getan, niemand versteht es, so viele unterschiedliche Künstler und potenzielle Geldgeber zusammenzubringen.

Das Casinotheater Winterthur ist zum wahren Schweizer Volkstheater geworden, einem Ort, wo Oswald Grübel, Moritz Leuenberger und ganz normale Besucher Seite an Seite ungezwungen ein Glas Wein trinken können. Ein Kulturbetrieb mit einer grösseren Ausstrahlung als manch ein hochsubventioniertes Haus. Giacobbo ist sich bei aller Zurückhaltung bewusst, wessen Verdienst das ist. Trotzdem gibt es Dinge, die ihm in seinem Theater missfallen. Schuld daran ist auch sein anderer Arbeitgeber, das Schweizer Fernsehen: «Wenn ich bei einer unserer Kabarettpremieren aus der Vorstellung komme und mir dann jemand von ‹Glanz & Gloria› das Mikrofon vor den Mund hält und fragt: ‹Herr Giacobbo,   färben Sie die Eier selbst an Ostern?›, werde ich richtig zickig.»

Eine ernsthafte Angelegenheit

26. April 2012, Weltwoche, von Rico Bandle

Dank Viktor Giacobbo ist das Casinotheater Winterthur zum Epizentrum des Schweizer Humors   geworden. In dem Haus fühlt sich Oswald Grübel […]

Walter Andreas Müller und Birgit Steinegger sind abgetreten, jetzt haben die jungen Polit-Parodisten das Sagen. Sie sind unverfrorener und haben ihren Mäzen in Viktor Giacobbo.Papst gibt zu: Wir stammen vom Affen ab.» So lautete die Schlagzeile in den Boulevardmedien, die Viktor Giacobbo auf eine Idee brachte. Im Trailer für seine Satiresendung «Viktors Spätprogramm» spielte er einen ­Pfarrer, der Affen Oblaten verteilt. Die Überlegung: Wenn der oberste Hirte die Evolutionstheorie anerkennt, werden auch Primaten für kirchliche Dienste diensttauglich. Eine pragmatische Sicht, ein programmatischer Schluss. Mit ­Folgen: Für die «Lächerlichmachung der ­Hostie» verurteilte ihn die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) mit Entscheid vom 7. März 1997 wegen Konzessionsverletzung.

«Lächerlichmachung der Hostie» also – nein. Lächerlichmachung von Politikern hingegen – ja. Man nennt diese Art der Verlachung politische Parodie, und der Parodisten-Quo­tient ist landauf, landab so hoch, dass man daraus schliessen muss: Die Schweiz, ein Volk von Untertanen, ist vernarrt in das Genre, das den Mächtigen ans Eingemachte geht. Die dienstälteste Satiresendung der Schweiz, «Zweierleier» mit Walter Andreas Müller und Birgit Steinegger, wurde zwar abgesetzt – nach 28 langen Jahren – und ihre Bundesrat-Parodie «Telefon ins Bundeshaus» aus «Benissimo» gekippt, doch die Talente, die sie ersetzen werden, sind bereits da.

Unheilige Dreifaltigkeit

Aber was ist das denn, politische Parodie? Politische Parodisten wollen Führungspersönlichkeiten und Artverwandtem den Spiegel vorhalten und sie im Kern ihres Widerspruchs treffen. Die versteckte Botschaft, die in Moritz Leuenbergers hängenden Mundwinkeln wie eine Nudel klebt; die unausgesprochene Feindseligkeit einer schweren Ueli-Maurer-Lippe; die sandige Banalität, die ein gut imitierter Roger Federer verbreitet – das Lachen bricht aus, wenn uns die Erkenntnis überfällt. Der Parodist als Spiessgeselle des Publikums dreht den Spiess um, er macht die Verführer zu Vorgeführten. Er befreit uns von unserer Ohnmacht. Und von unserer Verführbarkeit für Führungsfiguren.

Doch ist pure Parodie bereits das Ziel? Wenn Parodie nur Imitation ist, bleibt der Parodist auf halber Strecke stehen. Inhaltlich abendfüllend ist gute Parodie nur, wenn sich Handwerk und Intellekt auf Augenhöhe treffen.

Fabian Unteregger zum Beispiel, auch er bereits strafrechtlich aufgefallen wegen rele­vanten Sauglattismus. Unteregger ist das naturgetreueste «Mörgeli»-Plagiat seit der Er-   findung des besagten Leiters eines Medizinhistorischen Museums. Oder David Bröckelmann. Als «Dr. Klapp» ist er der kabarettis­tische Forschungsreisende in die verquere Psyche der politischen Chorführer. Und Michael Elsener, der jüngste Hoffnungsträger des Genres. Elsener, engelsgesichtig, er ist der Sven Epiney unter den Stimmparodisten. Unteregger, ­Bröckel-   mann und Elsener verkörpern die unheilige Dreifaltigkeit der Parodie, das breite Spektrum der Gattung, drei Namen, drei Typen, jeder für sich mit eigenen Stärken und Schwächen.

Eine Gemeinsamkeit indessen haben sie, sie sind feste Grössen in der Sendung «Giacob-   bo/Müller – Late Service Public», und das mit Grund. Giacobbo ist der Schweizer Parodistenmacher. Wie viele andere Jungtalente auch sind Unteregger, Bröckelmann und Elsener von ihm persönlich, oder von der Redaktion der Sendung, entdeckt worden. So auch die hinreissende Frau mit der Tuba, Irene Brügger alias «Frölein Da Capo». Die Sendung ­«Giacob-   bo/Müller» war deren erste grosse Bühne, hier fanden sie ihr erstes grosses Publikum.

Was führt einen ehrenwerten Satiriker wie Giacobbo dazu, die böse Saat der Parodie in ­alle Winde zu streuen? Ist es seine Lust an subversiver Politarbeit? Das Gegenteil ist wahr. Es sind, so sagt er, kapitalistische Gesichtspunkte. Es ist das Gesetz von Angebot und Nach-   frage. Konkurrenz belebt das Geschäft. «Je mehr Satiresendungen es gibt, umso besser ist es für uns.» Giacobbo begeistert sich also nicht ganz selbstlos für junge Talente; doch er versteht es als sein persönliches Anliegen, Newcomern ein Podium zu verschaffen. Sei’s in seinem ­satirischen Wochenrückblick, dort handfest sogar als Regisseur der Sketche, der den Jungen das schauspielerische Handwerk beibringt, sei’s auf der Theaterbühne.

Er und sein Koautor Markus Köbeli, Partner von Birgit Steinegger, schrieben im Übrigen auch zehn Jahre lang die Texte für Walter ­Andreas Müller. Giacobbo und Köbeli waren die Ersten, die den Schauspieler als Parodisten vor eine Fernsehkamera holten, 1990 in «Viktors Programm». Doch im flüchtigen Medienzeitalter kann nicht Vergangenheit, sondern muss Zukunft interessieren. Und diesbezüglich steht fest: Giacobbos Casinotheater in Winterthur ist eine Talentschmiede und das einzige Haus dieser Grösse, das Nachwuchsförderung als Programm betreibt. Regelmäs-   sige Gefässe wie die «Frischlingsparade», die Weihnachtsvorstellung «Stille kracht», der satirische Jahresrückblick «Bundesordner» oder der «Casino-Slam» sind die Spielplätze junger Parodisten-Hunde; «Frölein Da Capo» zum Beispiel fiel Giacobbo bei einem «Casino-Slam» auf, David Bröckelmanns Entdeckung geschah indirekter, er schickte ihm eine Arbeitsprobe auf DVD.

Dass das Publikum für Neues offener ist, als manche Experten mutmassen, hat Giacobbo am eigenen Leib erfahren. Seiner Pionier­sendung «Viktors Programm» (1990 bis 1994), dem Mix aus Polit-Parodie und Talk mit den Parodierten, gaben Medienspezialisten anfänglich wenig Chance. Erst seit die Neuauflage «Viktors Spätprogramm» (1995 bis 2002) und, ab 2008, «Giacobbo/Müller», wofür die Fernsehverantwortlichen fünf Jahre lang an Giacobbos Tür bettelten, in Spitzenzeiten ­einen Marktanteil von bis zu 57 Prozent haben, sind seine Kritiker ohne Argumente. Unbestritten dabei ist: Die Parodien sind das Kernstück der Sendung, sie sind ausschlaggebend für ihren Erfolg. Und Erfolg hat, was sofort unterhält und unmittelbar belustigt. Ob der portierte Nachwuchs dereinst die Klasse eines Klassikers hat, wird er noch beweisen müssen. ›››

Immerhin, die Konzessionsverletzung von 1997 ist bis heute die einzige ge­blieben. Politische Parodie im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ist salonfähig geworden. Unverändert aber blieb offenbar die Kritikunverträglichkeit zweier gewiss wesensver­wandter Berufsgruppen. Viktor Giacobbo: «Die Empfindlichsten sind Kirchenleute und Journalisten.»

Der Schöne _ Eine Sketch-Show für seine Mitschüler, der Deutschlehrer gab ihm regelmässig frei, um das Programm auszuarbeiten – Michael Elseners Karriere war früh auf der Spur, auf der er heute ist. Der Zuger, der später Politikwissenschaft studierte und sein Lizenziat über Comedy schrieb, hat drei Stärken, alle hilfreich, um sich ins Herz der Zuschauer zu spielen. Zwei der drei Talente sind allerdings nicht erarbeitet, sondern geerbt: seine blauen Augen und sein blonder Lockenschopf.

Michael Elsener ist der beste Parodist von Kurt Aeschbacher, denn der jugendliche Kabarettist hat mit dem dauerjugendlichen Moderator eine Gemeinsamkeit – beide sind der Traum aller Schwiegermütter. Die höheren Weihen in «Giacobbo/Müller» erhielt Elsener bereits mit 22 Jahren, mit einem Hanf-Medley im November 2008. Im selben Jahr und mit seinem ersten Programm «Schlaraffenland» gewann er den «Kleinen Prix Walo», als ­jüngster Nominierter in der Sparte Kunst. Nach dem Programm «Copy & Paste», einer ­Innenschau ins Handwerk der Parodisten, sprich Politiker, hat er nun sein drittes geschrieben, «Stimmbruch». Figuren im blitzschnellen Rollenwechsel, klassisches Nummernkabarett und als Highlight die Karikatur eines furiosen Langweilers: Didier Burkhalter, wie man ihn kennt und schätzt. Zumindest als Parodierten.

Der Schönböse _ David Bröckelmann ist kein Autodidakt wie die meisten seiner Kollegen, er hat das Theaterhandwerk von der Pike auf gelernt. Er besitzt ein eigenes Ensemble, «Das Theater am Weg», arbeitet seit mehr als fünfzehn Jahren als Darsteller und Regisseur im In- und Ausland, im Theater, in Film und Fernsehen und ist in Basel ein beliebter Charivari-Schauspier. Neben seinen Auftritten als Imitator und Kabarettist entwirft er szenische Stadtrundgänge für Basel Tourismus und schreibt eigene Texte.

Seine Komik ist genial-skurril, besteht aus der Beherrschtheit seiner Figuren – und seine beste ist Matthias Hüppi. Bei ihm nimmt der Sportreporter shakespearesche Züge an, beziehungsweise eine klassische Schwundform: Hüppi wird zu einem Ostschweizer Malvolio. Bröckelmanns überraschendstes Meisterstück ist kein Kabarettprogramm, sondern ein satirisches Hörspiel. Es heisst «Promis auf Achse» und verschneidet Plattitüden mit Cerve-   lat (-Prominenz) und mit der Suche nach dem Heiligen Gral. Das ist ein Ohrwurm, dem man einen idealen Förderer – und uns mehr davon wünscht.

Der Böse _ Er ist der Wahnsinnige unter den Verrückten, der Champion in der Liga der Imitatoren, der Zürcher Fabian Unteregger. Er ist unser Stück Monty Python diesseits des Kanals. Hintersinnig, schwarzhumorig, absurd. Er ist der begabteste Autodidakt seiner Zunft. Hier wird Parodie zu Politsatire und damit zur Kunstform.

Fabian Unteregger, 34 Jahre alt, hat drei Studienabschlüsse in der Tasche, und sein letztes Fach, Medizin, schärft seinen Blick für die ­Physiognomie potenzieller Neuzugänge in ­seinem Parodisten-Repertoire. Der Theatersport-Europameister 2008 besitzt die internationale Privatpilotenlizenz und beherrscht mindestens fünf Fremdsprachen. Als letzte kam Schwedisch dazu, da dieses wie Deutsch ­klinge, «wenn man Wein im Mund hat».

Präzise in Mimik, Gestik und genialisch in der Stimmführung, hat dieser Neue das Potenzial, dereinst in die Liga von Giacobbo auf­zusteigen. Das hat auch das Radio entdeckt. ­Jeden Freitagmorgen zwischen 6.30 und 8.30 Uhr präsentiert Unteregger auf DRS 3 live ­seinen Comedy-Aufwisch der Woche «Zum Glück ist Freitag».

Weniger Glück hatte er letzten Sommer auf Giacobbos Heimterritorium, Winterthur. Kostümiert mit einer echten Polizeiuniform, kontrollierte er vor versteckter Kamera (des Schweizer Fern­sehens) ahnungslose Velofahrer. Bussen ­drohte er den Verängstigten an, und dies offenbar so überzeugend, dass der VCS gut und   gerne Klage hätte erheben können wegen ­«Lächerlichmachung der Pedalisten». Unter­eggers martialische Parodie beschäftigte zwar das Winterthurer Parlament, aber sie führte zu keiner Klage wegen Konzessions­verletzung. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Plagiat ohne Pardon

26. Januar 2012, Weltwoche, von Daniele Muscionico

Walter Andreas Müller und Birgit Steinegger sind abgetreten, jetzt haben die jungen Polit-Parodisten das Sagen. Sie sind unverfrorener und haben […]

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Ich habe zwei Anliegen. Ein persönliches und ein nationales. Erstens sollten Sie aufhören, so bescheiden zu tun, nie von sich zu reden. Alles rühmt das neue Programm, aber keiner sagt, dass hinter Fredi Hinz ein Fredy Knie steht. Dass einer, der Pferde und Clowns coachen kann, sowieso der Grösste ist. Wenn’s um die Fussball-Nati geht, redet schliesslich auch alles von Köbi Kuhn. Schon gut, dass Sie nicht so ticken wie all diese Theater-, Opern- und Filmregisseure, bei denen zuerst das Ego kommt und dann nochmals das Ego. Aber wer sich heute nicht selbst ins Gespräch bringt, wird nicht wahrgenommen. Zumal in einer Epoche, wo das Zähmen wilder Prinzessinnen den höheren Stellenwert hat als das Integrieren eines Winterthurer Ex-Kiffers in die Truppe der «Mitarbeiter, die immer dann auftreten, wenn es in der Manege dunkel wird».

Damit komme ich zu meinem zweiten Anliegen: Sie dürfen uns Welschen den Viktor Giacobbo alias Fredi Hinz nicht vorenthalten! Nichts gegen das Duo Les douaniers, das ihn in den welschen Spielorten ablösen wird. Aber ich mache jede Wette, dass Fredi Hinz, selbst mit fehlerhaftem Französisch, in Lausanne und Genf noch mehr Erfolg haben wird als in Zürich oder Bern. Gerade weil hier keiner das Déjà-vu-Erlebnis hat. Gerade weil das Publikum hier nicht so blasiert reagiert wie die NZZ am Sonntag, die schreibt: «Dass sein Gastspiel scheitert, scheint ausgeschlossen.» Ist das die uncoole Umschreibung von «sicherem Erfolg»? Sooo schnöd. Ich sage Ihnen: Der geniale Giacobbo wird hier am Genfersee einfahren wie ein Meteorit, wird ankommen wie einst Emil, der auch dank Knie zur nationalen Figur geworden ist. Ich sass an der Premiere hinter einer Gruppe von Welschen, die Giacobbo noch nie gesehen haben: Die sind ausgeflippt!

Machen Sie wenigstens je drei Vorstellungen mit ihm in Genf und Lausanne. Wenn Sie’s nicht tun, übernehmen Sie eine schwere Verantwortung. Stellen Sie sich mal vor: Die Nationalbank kommt irgendwann auf die Idee, neue Banknoten mit dem Konterfei von vier grossen Schweizer Komikern zu schmücken. Grock, Emil und Dimitri sind gesetzt, und bei Giacobbo fragen dann die Vertreter der welschen Kantone: «Qui est ce Giacobbo?» Und Sie sind schuld an dieser Ignoranz. Unmöglich, gell. Also: Sie wissen, was zu tun ist.

Mit herzlichen Grüssen

Peter Rothenbühler

Lieber Fredy Knie

30. März 2006, Weltwoche, von Peter Rothenbühler

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Schluss mit den gusseisernen Kritiken, die Schweiz könnte das Land des Lachens sein: Hier verrät Viktor Giacobbo, wo die wirklich komischen Vögel nisten.

Herr Giacobbo, Sie sind Kinoheld, haben ein eigenes Theater, schreiben Kolumnen. Nächstes Jahr sind Sie im Circus Knie. Was treibt Sie an?

Grundsätzlich bin ich ein fauler Mensch. Was mich interessiert, sind spannende Projekte zusammen mit Leuten, die ich mag. Dafür mache ich mich manchmal zur Medien-Nutte, so wie jüngst für den Film «Undercover». Jetzt wäre es Zeit für eine Medienpause.

Dann sollten Sie kein Interview geben.

Ich mache eine Ausnahme. Weil ich Weltwoche-Leser bin und mich Ihre Zeitschrift herausfordert, mich manchmal stinksauer macht, mich dann wieder wahnsinnig interessiert. Das Layout ist auch gut, als einstiger Schriftsetzer kann ich das beurteilen.

Da waren Sie zwanzig und Mitglied einer kommunistischen Zelle.

In der gleichen wie Ihr jetziger Chefredaktor, er in der Revolutionären Aufbauorganisation Zürich, ich im kleinen, provinziellen Winterthurer Ableger.

Was propagierten Sie?

Es war Anfang der siebziger Jahre, wir unterstützten Maos Kulturrevolution. Als Stalin zur ideologischen Referenz wurde, trat ich aus.

Mao lag noch drin?

Zumindest jener Mao, wie ihn die Propaganda damals darstellte. Bevor ich meinen Austritt gab, habe ich Depp auch noch den Quatsch von Stalin gelesen. Statt einfach zu verschwinden, wollte ich argumentieren können.

Waren Ihre Eltern links?

Mein Vater war Metzger und in der Gewerkschaft, aber kaum aktiv. Wenn ich von meinen radikalen Meetings nach Hause kam, sass er im Trainingsanzug vor dem Fernseher, quasi die fleischgewordene Arbeiterklasse. Er widerstand allen meinen Missionierungsversuchen tapfer.

Mit 38 erhielten Sie die Chance, zum grossen TV-Satiriker zu werden.

Das klingt mir zu pompös. Wenn ich etwas reizvoll fand, engagierte ich mich dafür. Einst verfasste ich für eine kleine alternative Zeitung Kolumnen. Das löste schon damals ein Echo aus. Inzwischen ist es einfach grösser geworden.

Die Grösse des Publikums ist Ihnen egal?

Heute natürlich nicht mehr. Die Erwartungen sind höher, ich packe eine neue Produktion mit mehr Professionalität an. Beim Fernsehen waren wir Newcomer, niemand glaubte daran, dass Satire mit Politiker-Talk funktionieren würde, schon gar nicht live.

«Viktors Spätprogramm» wird vermisst. Heute ärgert sich mancher Zuschauer über «Black’n’Blond» mit Roman Kilchsperger und Chris von Rohr. Schauen Sie die Sendung?

Ich war sogar Gast, da konnte ich zweieinhalb Sätze sagen, ehe ich Pfeile werfen musste. Aber das ist ja nicht Satire, sondern LateNight-Comedy. Vielleicht müsste man das Programm mehr auf die Moderatoren zuschneiden.

In der Schweiz gibt es keine Nachwuchsstars.

Das ist ein Klischee. Mit dröger Regelmässigkeit schreibt einer Ihrer Zunft, wie schlimm es um den Schweizer Humor bestellt und wie wahnsinnig lustig der englische Humor sei.

Nennen Sie uns die Talente.

Duo Fischbach, Ursus & Nadeschkin, Lorenz Keiser, Andreas Thiel, Joachim Rittmeyer, Massimo Rocchi, Ohne Rolf, Die Geholten Stühle, Stahlbergerheuss, Lapsus etc. Die sind alle saugut. Nur sind einige faule Säcke von Redaktoren in ihren geschützten Werkstätten zu bequem, ihren Fernseher auszuschalten, die Künstler live auf der Bühne zu sehen und sie über Jahre hinweg zu beobachten. So was würde man dann Fachjournalismus nennen.

Sie sprechen von Ihrem Casinotheater, das Sie mit Freunden betreiben. Läuft das Geschäft?

Es läuft gut, aber nicht von alleine, wir müssen ständig innovativ daran arbeiten. In dieser Grösse gibt es sonst kaum ein Theater, das ohne Steuermittel auskommt.

Was wollen Sie erreichen?

Spass am Neuen und Unkonventionellen haben. An einer Matinee spielten wir die «Arena» vom Schweizer Fernsehen nach. Prominente Künstler lasen die Texte der Originalsendung in verteilten Rollen vor.

Das war lustig?

Die Leute lachten. Wir lasen alles genau vor, mit allen «Ähs» und «Öhs» und «Reden Sie mir nicht ständig ins Wort». Wir können Dinge ausprobieren, die ein traditionelles Haus höchstens nach einjähriger Planung ins Programm aufnehmen würde.

Die Darsteller sprachen die «Arena» gratis?

Sie machten aus Spass mit. Natürlich haben auch wir Produktionen, die rentieren müssen. Dieses Jahr «Ein seltsames Paar», das war eine unserer teuersten und erfolgreichsten Aufführungen. Nur probte ich den ganzen August für 3500 Franken. Da muss man Liebhaber sein. Umso teurer bin ich, wenn ich an einem Firmenanlass auftrete.

Sie verlangen 5000 Franken für einen einstündigen Talk?

Mindestens. Einen mittelgrossen Teil meines Vermögens habe ich ins Casinotheater investiert, ohne Aussicht auf Rückerstattung.

Viktor Giacobbo, 53, wurde mit der Satiresendung «Viktors Spätprogramm» zum TV-Star. Seit 2002 betreibt er das Casinotheater in Winterthur.

– 5000 Franken pro Stunde. Mindestens –

22. Dezember 2005, Weltwoche, von Lukas Hässig

Schluss mit den gusseisernen Kritiken, die Schweiz könnte das Land des Lachens sein: Hier verrät Viktor Giacobbo, wo die wirklich […]

Satire-Star Viktor Giacobbo über Schweizer Humor, veraltete Feindbilder und die Weltwoche.

Die Schweizer Politsatire trat einst gegen die Mächtigen an, und die waren alle rechts. Heute sitzen die Linken an den Hebeln in Politik, Medien, Universitäten. Macht es noch Spass, aus dem Machtzentrum heraus gegen die Rechte zu witzeln, die mittlerweile in der Opposition ist?

Die Linke hat doch im Vergleich zum Bürgertum keine Macht, jedenfalls nicht vergleichbar mit der Macht des Freisinns von früher.

Aber es muss einen ehemaligen Untergrundkämpfer des politischen Humors wie Sie doch irritieren, wenn er von allen etablierten Seiten Applaus erhält. Beispielsweise vom Bundesrat.

Was heisst hier Applaus vom Bundesrat? Wenn Moritz Leuenberger eine unserer Nummern gut findet, dann habe ich kein Problem damit. Ich habe schon von derart vielen Seiten Applaus erhalten, das war mir, ehrlich gesagt, scheissegal.

Politische Satire war mal auf der Höhe des Zeitgeists, Hildebrandt, Titanic etc. Inzwischen wirkt das alles unendlich verstaubt.

Das stimmt teilweise. Hildebrandt hat den Absprung verpasst. Ich wollte nicht, dass mir das Gleiche passiert, deshalb habe ich «Viktors Spätprogramm» trotz Zustimmung und hohen Quoten aufgegeben. Das klassische Politkabarett ist zu Recht weniger bedeutend als auch schon. Politsatire war für mich aber immer nur ein Teil des Programms. Es gab Junge, die haben erst dank unserer Sendung mitbekommen, dass einer wie Ueli Maurer auch tatsächlich existiert. Wir brachten reine Klamaukfiguren wie Harry Hasler, die sich aber hin und wieder in einem sehr politischen Kontext bewegten.

Der hiesige Humorbetrieb hält an Uralt- Feindbildern fest. Man leidet an der Réduit-Schweiz. Marthalers «Hotel Angst» kam als Attacke auf die Bünzli-Schweiz zwanzig Jahre zu spät. Der Spielfilm «Beresina» karikierte den längst verblichenen Militärfilz. Und selbst Giacobbo zerlegt neuerdings den Tell-Mythos – werden hier nicht längst verweste Kadaver ausgegraben?

Halt, halt. Unser «Tell» hat damit nichts zu tun. Wir brachten die Inszenierung, weil es ein schönes Stück und zudem grade 200 Jahre alt geworden ist. Wir fanden es aus ästhetisch-komischer Perspektive reizvoll, eine Aufführung mit lauter Fehlbesetzungen zu arrangieren. Keine Sekunde dachten wir daran, den Mythos Tell zu zerlegen.

Die Obsession, sich an längst geschlachteten heiligen Kühen abzuarbeiten, sehen Sie nicht?

Ich bin doch kein Metzger, der durch die Welt geht und nach heiligen Kühen fahndet. Mir ist nur die komische Wirkung und meine politische Haltung wichtig. Aber die Problematik ist vorhanden. Allerdings weniger im Komikbereich als im ernsten Fach. Dort findet man öfter die Posen der angeblich grossen Gesellschaftskritik. Da lacht dann die Satireszene.

Warum hat eigentlich niemand eine Satire geschrieben auf die Komödie am Zürcher Schauspielhaus, als die Leitung Carp/Marthaler eine Verschwörung des Züribergs beklagte, nur weil man einen winzigen Bruchteil des Budgets einsparen musste?

Sie verallgemeinern. Marthaler ist ein brillanter, humorvoller Mensch und ein extrem kreativer Theatermacher. Stefanie Carp allerdings würde ich sehr gern imitieren – es würde aber an meinem Äussern scheitern. Sie kommt mir vor wie die Uriella der Theaterszene. Ich verstehe auch nicht, weshalb sie die unbestrittene Notwendigkeit des Schauspielhauses in der Öffentlichkeit nicht talentierter und vor allem weniger arrogant begründete.

Sie haben sich lieber mit Wollust in den SVP-Präsidenten Ueli Maurer verbissen. Ist seine Partei nicht längst zu Tode ironisiert?

Es ist halt schwierig, über eine Partei keine Witze zu machen, die am Sempacher Schlachtdenkmal Versammlungen abhält. Da ist die Selbstironie nicht sonderlich gross, was allerdings auch auf die Linke zutrifft. Ihren Generalbefund teile ich gar nicht. Das linke Milieu ist immer auch an die Kasse gekommen.

Verglichen mit dem Maurer-Bashing wirkten Ihre Schmunzelattacken auf Leuenberger & Co reichlich verhalten.

Stimmt, mittlerweile putzen sich alle die Schuhe an der SVP ab. Das finde auch ich uninteressant. Wenn einer einfach Blocher ruft in einem Saal, wird schon gelacht. Mir reicht das nicht. Aber wir haben ja noch die Satirezeitschrift Weltwoche, die antizyklisch die Linken drannimmt.

Kann linke Satire überhaupt noch provozieren, irritieren, ja verärgern?

Ich kann meinen Standpunkt eben nicht verleugnen. Christoph Blocher, das spricht für ihn, kam in meine Sendung. Dort konnte ich ihm ins Gesicht sagen, dass er so ziemlich für alles steht, was ich bekämpfe. Dieser Streit ist mir ernst – so wie mir mein Standpunkt ernst ist. Allerdings muss man sagen, dass die SVP-Exponenten im Einstecken ziemlich cool sind.

In der Blocher-Sendung waren Sie allerdings eher handzahm.

Wenn Sie diesen Eindruck gewonnen haben, dann habe ich meine Arbeit eben schlecht gemacht. Kommt auch vor.

Satirefähiger als die SVP ist heute doch eher die stereotype Empörung über diese Partei.

Da müssen Sie halt einen jungen SVPler finden, der die Satire macht, die Ihnen gefällt.

Sie können mir nicht erzählen, dass Sie diesen «Wehret den Anfängen»-Humor noch inspirierend finden.

Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit müssen eben in den Anfängen bekämpft werden. Aber ich verstehe den Einwand zum Teil. Wer immer von allen auf den Deckel bekommt, weckt Mitleid. Auch bei mir, aber vor allem bei der Weltwoche, die hier ja nach Kräften Gegensteuer gibt…

…finden Sie?

Aber sicher, ihr habt doch eure Kettenhunde, die US-Präsident Bush verteidigen. Ihr schickt die Leute in den Irak für Blut-und-Boden-Artikel… Aber lassen wir das, das ist ein anderes Thema. Die SVP ist einfach die stärkste Partei der Schweiz…

…das stärkste Minderheitenprogramm…

…mag ja auch sein, aber die Partei legt rasant zu, unter anderem mit Slogans und Ideen, die sehr simpel gestrickt sind. Das können ja nicht einmal Sie bestreiten.

SP-Chefin Brunner hat gefordert, der Financier Martin Ebner sei per Berufsverbot aus dem Verkehr zu ziehen. Auch nicht wahnsinnig differenziert. Es spielen doch alle auf der populistischen Klaviatur. Nur die SVP löst Allergien aus. Überschätzen Sie die Partei nicht einfach?

Natürlich ist das Bullshit, was Brunner da forderte. Immerhin stelle ich einen Fortschritt gegenüber früher fest, als die SP immer in unerträglich weinerlichem Tonfall Entschuldigungen verlangte, statt zurückzuschlagen. Aber das sind Nebenaspekte. Es geht doch darum, dass die SVP fremdenfeindliche Kräfte enthält. Und mir Fremdenfeindlichkeit auf den Geist geht. Ich komme aus einer Einwandererfamilie. Ebenso zuwider ist mir, wie diese Partei gegen jede Art von Kultursubventionen reflexhaft auf die Barrikaden steigt.

In der Schweiz gilt ja mittlerweile jeder als fremdenfeindlich, der sich nicht explizit für die Masseneinwanderung ausspricht. Irritiert Sie nicht ebenso die Heuchelei jener «progressiven Kreise», die für offene Grenzen plädieren, ihre Kinder aber in möglichst ausländerfreie Schulen schicken?

Für einen Intellektuellen stellen Sie ziemlich holzschnittartige Fragen. Natürlich bin ich nicht für Masseneinwanderung, aber für die Aufnahme von Flüchtlingen, denen es dreckig geht. Natürlich darf man das Ausländerproblem nicht einfach mit didaktischen Rezepten aus dem SP-Katechismus verwedeln, aber es gibt hier gewisse verhockte Inzuchtdenkweisen, denen eine frische ausländische Blutzufuhr nur gut tun würde. Na ja, ist jetzt vielleicht auch etwas holz-schnittig…

Wie hart darf Satire sein in der Schweiz?

Wenn die Pointe stimmt, ist fast alles erlaubt.

Hat der Schweizer Humor?

Den Humor-Schweizer gibt es nicht. Auch in Yorkshire steht ja nicht jeder Bergarbeiter auf Monty Python.

Aber der englische Humor ist brutaler.

Urbane Intellektuelle, denen es nicht brutal genug zugehen kann, findet man auch bei uns. Die Engländer haben eine etwas längere Tradition. Auch das englische Fernsehen hat da mehr gewagt.

Irritiert es Sie, wenn Kritiker sagen, Giacobbo sei zu nett?

Nein. In den Hirnen der Journalisten hält sich unausrottbar die Vorstellung, frech sei besser als komisch. Ich finde: Komisch ist besser als frech. Journalisten denken, es gebe Pointen, mit denen die Mächtigen zu verunsichern seien. Das ist vorbei seit den Tagen, als freie Theatergruppen nackt auf Gewehren herumhopsten. Das Bürgertum kannst du nicht mehr erschrecken. Höchstens Kritiker.

Und Linke.

Das stimmt, aber auch die schon fast nicht mehr. Der ganze Sozialarbeitergroove wurde satirisch durchgehechelt. Der Demo-Betrieb, Friedensbewegung etc. – wurde alles zerlegt.

Der Friedenskindergarten mit seinen Pace-Fahnen kam ungeschoren davon.

Klar, es gab da einen gewissen lächerlichen Aspekt. Aber noch unsympathischer sind mir die Leute, die etwa in der Weltwoche schreiben, früher sei der Protest noch echt gewesen, heute reine Mode.

Wer schreibt so etwas?

Das schrieb Schawinski bei euch, aber auch andere argumentierten in die Richtung. Angesichts von Markenfetischismus und Hedonismus, der bei den Jungen um sich greift, hat es mein Herz erwärmt zu sehen, dass da zahlreiche Jugendliche für politische Anliegen auf die Strasse gehen.

Sie sind Kulturpessimist?

Jugendliche, die gegen einen Krieg auf die Strasse gehen, sind mir auf jeden Fall unendlich viel lieber als die überheblichen intellektuellen Idioten, die das heruntermachen.

Das Fernsehen hat eine Nachfolgesendung für «Viktors Spätprogramm» angekündigt. Bis jetzt ist nichts zustande gekommen. Ist fernsehtaug-liche Satire nach Giacobbo nicht mehr möglich?

Das ist nicht der Fall. Es sei etwas in petto, höre ich, weiss aber nicht was und möchte mich auch nicht einmischen. Eigentlich ist das Rezept vorhanden. Das Fernsehen müsste es machen wie bei mir damals, als ich noch nicht Prof. Dr. Satire war: Man müsste einen Unverbrauchten nehmen und machen lassen. Natürlich wird es am Anfang in den Zeitungen wieder heissen, die Satire funktioniere nicht, das sei der grösste Mist. Später wird man dann herausfinden, es sei doch Kult. So lief es bei mir.

Täuscht der Eindruck, oder reagieren Sie etwas dünnhäutig auf Kritik?

Ach was, das muss man aushalten. Das Einzige, was mich stört, ist, dass ich nicht direkt darauf antworten kann. Ich streite gerne.

Wo liegen die satirischen Kampfzonen der Zukunft?

In der täglichen politischen Auseinandersetzung.

Was sind Ihre momentanen Lieblingsfeindbilder?

Wenn ich mir die hoffnungslose Situation im Irak-Krieg anschaue, habe ich eigentlich nicht das Gefühl, der Stoff könnte mir ausgehen. Wenn ich mir einen Berlusconi betrachte, der drauf und dran ist, Italiens politische Kultur zu demontieren, macht mich das als Satiriker zuversichtlich.

Das Ende von «Viktors Spätprogramm» war somit nicht das Resultat einer satirischen Erschöpfung Ihrerseits?

Die Form hatte sich sicher erschöpft, nicht aber der Inhalt. Nur war ich es ehrlich gesagt allmählich leid, mir Schnurrbärte anzukleben oder in Frauenkleidern aufzutreten. Nach der zehnten Nummer über die Krankenkassenprämienerhöhungen fällt dir einfach nichts Gescheites mehr ein dazu.

Heute polarisiert nichts mehr. Die breite Mitte ist tolerant geworden. Der Satiriker wird zum Pausenclown. Deprimiert das manchmal?

Es stimmt doch einfach nicht, dass sich niemand mehr empört und alles toleriert wird. Es gibt Reaktionen, auf Kolumnen, auf Programme, auch Beschimpfungen. Und schliesslich: Was spricht gegen einen Pausenclown?

Sie sind doch längst eine etablierte Grösse im Schweizer Unterhaltungsestablishment. Ihnen jubeln alle zu.

Klar, die Risiken kommen, wenn man zu den Arrivierten gehört. Ein grosses Publikum an sich ist aber noch kein Problem. Solange du dich nicht selber kompromittierst auf der Jagd nach Erfolg. Etwas muss ich aber noch anfügen.

Bitte.

Ihre Vorstellung von Satire ist grundfalsch.

Warum?

Weil Sie uns an Massstäben messen, die selber hoffnungslos veraltet sind.

Ich behaupte einfach, die Schweizer Satire sei kreuzbrav. Sie hat sich auf bequeme Feindbilder eingeschossen und klammert sich an helvetische Uralt-Klischees. Beängstigt Sie das nicht nachts kurz vor dem Lichterlöschen?

Es ist nicht das Brave, das Sie stört, sondern die politische Richtung. Sie können linke Satiriker nicht dafür verantwortlich machen, dass es keine rechte Satire gibt. Und das Einzige, was mich nachts vor dem Lichterlöschen beunruhigt, ist der Gedanke, ich hätte auf der Bühne oder vor der Kamera Scheisse gebaut.

Ihr letzter Film, «Ernstfall in Havanna», war ein Grosserfolg. Mit Schweiz-Stereotypen, die es nicht mehr gibt.

Das bestreite ich, dass wir Stereotypen gezeigt haben. Es war ein satirisches Bild der Schweizer Diplomatie in der grossen weiten Welt. Mir fällt auf, dass Schweizer Filme, die kein Publikum haben, von der Kritik hämisch als abgehoben, esoterisch etc. verrissen werden. Holt mal einer viel Publikum, muss man sich dafür, auch innerhalb der Filmszene, wegen Mainstream-Vergehens rechtfertigen.

Warum sind Sie eigentlich Satiriker geworden?

Ich wollte unterhalten. Zugleich bin ich ein politischer Mensch. Die Verbindung ist mir erstmals bewusst geworden, als ich die Münchner Lach- und Schiessgesellschaft sah an einem Silvesterabend. Dass einer auf einer Bühne steht, um mit seiner politischen Meinung ein Publikum zu unterhalten, das hat mich beeindruckt.

Man sagt, die ganz grossen Komiker seien alles Depressive.

Das ist kein Widerspruch. Ich habe meine depressiven Phasen, und beim Zeitungslesen bekomme ich keine Euphorieanfälle. Aber die Depression war nicht die berufliche Initialzündung.

Es heisst, jeder, der auf die Bühne steigt, hat einen Defekt. Was ist es bei Ihnen?

Ich habe sogar mehrere Defekte. Vor allem bin ich ein Kindskopf geblieben – und ziemlich eitel dazu. Alles perfekte Voraussetzungen.

War das Ihre satirische Urtriebfeder? Oder litten Sie an Ihren Eltern? Der Witz als Befreiungsschlag bei dumpfen Tischrunden zu Hause?

Es war eher eine Lust an der Imitation. Mir fiel auf, wenn bei anderen etwas auffiel. Das kam alles aus dem Bauch heraus. Keine intellektuellen Anflüge. Die Sprengkraft der Satire wurde mir immer dann bewusst, wenn ich in Anwesenheit von Tante und Mutter aussprach, was meine Tante hintenrum über meine Mutter gesagt hatte. In solchen Momenten wurde mir bewusst, was ich später unter der Rubrik «Konzessionsbeschwerden» kennen lernte.

Gemäss Umfragen schätzen Frauen an Männern vor allem den Humor. Können Sie das bestätigen?

Natürlich, damit lege ich jede Frau flach. Ich empfehle, Humor aber eher beiläufig anzuwenden. Was ebenfalls funktioniert, ist die Masche des knallharten Satirikers, der emotionell leidet. Das wirkt sehr gut.

Ist der private Humor anders als der öffentliche?

Sicher.

Weshalb?

So genau lässt sich das nicht sagen, aber ich gebe sicher nicht den Harry Hasler, wenn ich meine Freundin zum Lachen bringen will.

Sondern?

Das hat viel mit Zwischentönen zu tun.

Kann Humor Beziehungen retten?

Vielleicht. Es kann auch das Gegenteil eintreten. Humor kann extrem verletzend wirken. Ständige Ironie in einer Beziehung ist tödlich.

Woody Allen hat mal von sich gesagt, die Filmfigur des Stadtneurotikers habe nichts mit ihm zu tun. Er sei weder verwirrt noch sportlich unbegabt oder linkisch. In der High School habe er alle Mädchen bekommen, die er haben wollte. Ist das bei Ihnen genauso?

Ich habe immer die Figuren am liebsten gespielt, die am weitesten von mir entfernt waren. Ich grinse immer ein bisschen, wenn ich Deutungen über mich lesen muss. Da werden Zusammenhänge hergestellt, die mehr mit einer Semesterarbeit in Vulgärpsychologie zu tun haben als mit mir.

Haben Sie jemals eine Pointe dem Kalkül geopfert? Wer von allen geliebt werden möchte, reisst keine bösen Witze mehr.

Nein. Erstens war es nie mein Bestreben, von allen geliebt zu werden, und ich opfere Pointen nur dann, wenn sie schlecht sind oder missverständlich. Es gibt in meinem Inneren keinen verkappten Sadisten, der darauf wartet, von der Kette gelassen zu werden. So bin ich nicht. Ich neige eher zu Mitleid – und manchmal peinlicherweise zu Rührseligkeit.

Viktor Giacobbo ist ab 24.9. zu sehen in dem Konversationsstück «Sickmen» mit Patrick Frey und Mike Müller im Casinotheater Winterthur.

«Ich neige eher zu Mitleid»

18. September 2003, Weltwoche, von Roger Köppel

Satire-Star Viktor Giacobbo über Schweizer Humor, veraltete Feindbilder und die Weltwoche. Die Schweizer Politsatire trat einst gegen die Mächtigen an, […]

2017